Pathos

2012:
15 × 4 × 3,50:
Raumzeichnung mit 3 Kanal Sound, Gummibändern, Lichtprojektion:
Galerie Bo Bjerggaard, Kopenhagen:

Die Installation „Pathos“ verbindet die beiden hinteren Ausstellungsräume und transzendiert diese. Sie ist das Zentrum der gleichnamigen Ausstellung, ihr Ausgangs- und Endpunkt. Im letzten, abgedunkelten Raum löst sich innerhalb der Wandzeichnung das Licht von der Rosette einer zeichnerisch nur angedeuteten Kathedrale. Das vermeintlich von außen einfallende Licht wird hervorgerufen durch einen Punktstrahler.
Der gebündelte Lichtstrahl wiederum wird durch graue Gummibänder nachgezeichnet.
Einige dieser Bänder durchdringen scheinbar die Barriere der Wand und knicken schließlich wie gelenktes, reflektiertes Licht an der Decke des mittleren Galerieraumes ab und werden zu Trägern und Verbindungen von religiösen Symbolen oder säkularen Zeichen aus unserer Alltagskultur.
In vielen Religionen und Glaubenssystemen haben sich über Jahrhunderte und Jahrtausende Zeichen und Symbole herausgebildet, die zu einem tieferen Verständnis von Kultur führen können. Oft tauchen die gleichen Symbole in unterschiedlichen Regionen und Religionen auf, obwohl sie sich unabhängig voneinander entwickelt haben – ebenso wie der Begriff und die Idee des Pathos’.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Installation ist ein Klangteppich, der die raumbezogene Arbeit akustisch ergänzt: In einem 4-Kanal-Sound hören wir im hinteren Raum kaum wahrnehmbar Musik der Doors (The End) und gesprochene Texte im mittleren Raum
Im ersten Ausstellungsraum wird die Installation schließlich durch mehrere aktuelle großformatige Zeichnungen in Grau und Rot ergänzt – u.a. einer Explosionswolke, bestehend aus Texten zum Thema Liebe und Gewalt. Diese Bilder sind räumlich der Auftakt zu einem visuellen wie intellektuellen Spiel um Begriffe und Bedeutungen.

BW